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Cyanid- (Blausäure) Schnelltest bei Steinobstbränden (nur EU)

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CYANID-Schnelltest - Blausäuretest in Steinobstmaischen

Für 100 Bestimmungen

Schnelltest mit 100 Teststäbchen zur Prüfung des Gehaltes an freier Blausäure (Cyanid) in frisch gebrannten Steinobstdestillaten und zur Messung des Gehaltes an Gesamtcyanid in gelagerten oder gekauften Destillaten und fertigen Bränden

Der CYANID-Test kann auf zweierlei Weise durchgeführt werden: In Destillaten, die direkt nach dem Brennen untersucht werden, wird nach der Anleitung „Bestimmung des freien Cyanids“ verfahren. In bereits seit mehreren Stunden gelagerten Destillaten und zugekaufter Ware wird nach der Anleitung „Bestimmung des Gesamt-Cyanids“ vorgegangen.   CYANID-Test in frisch gebrannten Destillaten (auch Probedestillate aus Maischeproben)  Da Umbrennvorgänge immer Zeit-, Energie- und Kühlwasserverluste, vor allem aber Aromaverschlechterungen bedeuten, empfiehlt es sich, bereits bei der Maischedestillation cyanidfreie Destillate zu gewinnen.  In frischen Probedestillaten der Maische oder im ersten Destillat einer größeren Maischepartie ermöglicht die Bestimmung des freien Cyanids, sofort beim nächsten Brand Vorkehrungen zur Reduzierung des Blausäuregehaltes zu treffen. Destillate mit Cyanidgehalten von mehr als 1 mg/l sollten sofort ab.

Wichtig: Bereits nach wenigen Stunden wird freies Cyanid gebunden und kann dann nur absolut dunkel gelagert werden.

Hintergrund
Die Steine von Kirschen, Zwetschgen, Pflaumen, Mirabellen, Aprikosen, Pfirsichen, Schlehen und anderem Steinobst beinhalten 2-8% Amygdalin, eine Verbindung aus Glucose (Traubenzucker), Benzaldehyd und Blausäure. Benzaldehyd, umgangssprachlich auch Bittermandelöl genannt, verursacht den für Brände aus diesen Früchten typischen, an Bittermandel oder Marzipan erinnernden Steingeschmack. Auch Kernobstkerne enthalten geringe Mengen an Amygdalin. Wer einen Apfelkern zerkaut, erfährt denselben typischen Geschmackseindruck. Blausäure ist eine giftige Flüssigkeit. Die Aufspaltung des Amygdalins in die genannten drei Komponenten erfolgt im Laufe der Maischevergärung und -lagerung, katalysiert von ebenfalls in den Steinen enthaltenen Enzymen. Somit ge-langen vor allem aus geknackten Steinen und während langer Lagerdauer unerwünscht hohe Mengen an Blausäure, aber auch Benzaldehyd in die Maische. Beide Substanzen sind flüchtig und gehen bei der Destillation ins Destillat über. Da es unter den in der Obstbrennerei üblichen Destillationsbedingungen nicht möglich ist, Blausäure im Vor- oder Nachlauf anzureichern, um einen blausäurearmen Mittellauf zu erhalten, bleibt nur die Möglichkeit, sie im Brenngerät oder der Schlempe zu binden. Dies geschieht zum einen an sauberen, blanken Kupferoberflächen, insbesondere den großflächi-gen Katalysatoren, mit denen moderne Brenngeräte ausgestattet sind. Zum anderen ist es möglich, nach dem patentierten CYANUREX-Verfahren zu arbeiten. Der An-wender erwirbt das Recht für die Nutzung dieses Patentes mit dem Kauf von CYANUREX, einem hochwirksamen kupferhaltigen Salz, das der Maische direkt vor der Destillation zugesetzt wird und dort während der Destillation die Blausäure als nicht flüchtiges Kupfercyanid bindet. Die ohne diese Maßnahmen im frisch gebrannten Destillat „frei“ vorliegende Blausäure verbindet sich innerhalb weniger Tage mit anderen Destillatinhaltsstoffen zur „gebundenen“ Blausäure, sog. Cyaniden. Diese Cyanide wiederum wandeln sich während der Lagerung des Destillats bzw. des heruntergesetzten Brandes in Ethylcarbamat (EC) um, eine giftige, krebserregende und damit ebenfalls unerwünschte Verbindung. Diese Reaktion beginnt bereits bei einer einmaligen Lichtein-wirkung auf das Destillat und läuft dann von selbst so lange weiter, bis alle Cyanide verbraucht sind. Im Unterschied zur Blausäure kann EC im Nachlauf angereichert werden. Mit den richtigen Destilla-tionsbedingungen ist es möglich, aus EC-haltigen Destillaten und Bränden durch Umbrennen ein-wandfreie Mittelläufe zu gewinnen. Allerdings muss auch dabei fast immer auf Maßnahmen zur Bindung von Blausäure zurückgegriffen werden, da neben EC meist auch noch Cyanide vorhanden sind. Für krebserregende Stoffe wie EC kann ein Grenzwert, dessen Unterschreitung gesundheitliche Risiken sicher ausschließt, nicht festgelegt werden. Dies verpflichtet jeden Spirituosenerzeuger und  Brenner dazu, alle handwerklichen und technischen Möglichkeiten zur Verminderung der Konzentrationen an EC bzw. Cyaniden in seinen Erzeugnissen zu nutzen.  Dieses Ziel setzt voraus, Cyanid rasch und zuverlässig nachweisen zu können.   Der CYANID-Test ist ein schnell und einfach durchzuführender Test zur Bestimmung des natürlichen Gehaltes an Cyanid in Steinobstdestillaten.


Dieser Artikel wurde am Tuesday, 18. August 2009 im Shop aufgenommen.

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